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Peru - Trekking & Bergsteigen
Perú hat einen großen Anteil an den hohen Bergen des Andenkammes sowie zahlreiche einzeln stehende Vulkane aufzuweisen. Dadurch ergeben sich für Wanderer und Bergsteiger phantastische Möglichkeiten, in den peruanischen Bergen unterwegs zu sein.
Die höchsten Berge Perús
- 1. Nevado Huascaran Sur (Süd), 6768m, Cordillera Blanca
- 2. Nevado Huascaran Norte (Nord), 6655rn, Cordillera Blanca
- 3. Nevado Yerupajs Grande, 6634m, Cordillera Huayhuash
- 4. Nevado Yerupaja Sur, 6515m, Cordillera Huayhuash
- 5. Nevado Coropuna, 6425m ,Cordillera Chila
- 8. Nevado Huantsan, 6395m, Cordillera Blanca
- 7. Nevadc Huandoy Norte, 6395m, Cordillera Blanca
- 8. Nevado SiuIa Grande, 6356m, Cordillera Huayhuash
- 9. Nevado Huandoy Oeste (West), 6356m, Cordillera Blanca
- 10. Nevado Chopicalqui, 6354m, Cordillera Blanca
- 11. Nevado Ausangate, 6336m, Cordillera Vilcanota
- 12. Nevado Ampato, 6288m , Cordillera Ampato
- 13. Nevado Palcaraiu Este (Ost), 6274m , Cordillera Blanca
- 14. Nevado Salcantay 6271m Cordillera Vilcabamba
- 15. Nevsdo Huandcy Oeste 6270m Cordillera Blanca
- 18. Nevado Siula Chico 6265m Cordillera Huayhuash
- 17. Nevado Santa Cruz 6259m Cordillera Blanca
- 18. Nevado Chinchey 6222m Cordillera Blanca
- 19. Nevado Ccpa Sur 6188m Cordillera Blanca
- 20. Nevado Copa Norte 6173m Cordillera Blanca
- 21. Nevado Ranrapalca 6162m Cordillera Blanca
- 22. Nevado Huandoy Sur 6160m Cordillera Blanca
- 23. Nevado Pucaranra 6147m Cordillera Blanca
- 24. Nevado Sarapo 6143m Cordillera Huayhuash
- 25. Nevado Jatunhuma 6141m Cordillera Vilcanota
- 26. Nevado Jirishanca Grande 6126m Cordillera Huayhuash
- 27. Nevado Hualcan Este 6125m Cordillera Blanca
- 28. Nevado Yerupaja Chico 6121m Cordillera Huayhuash
- 29. Nevado Huantsan Norte 6113m Cordillera Blanca
- 30. Nevado Chacraraju Oeste 6112m Cordillera Blanca
- 31. Nevado Colque Cruz 6111m Cordillera Vilcanota
- 32. Nevado Palcaraju Oeste 6110m Cordillera Blanca
- 33. Nevado Hualcan Oeste 6104m Cordillera Blanca
- 34. Nevado Solimana 6093m Cordillera Chila
- 35. Nevado Lasunayoc 6090m Cordillera Vilcabamba
- 36. Nevado Ohachani 6075m Cordillera Volcanico
- 37. Nevado Huandoy Este 6070m Cordillera Blanca
- 38. Nevado Pumasillo 6070m Cordillera Vilcabamba
- 39. Nevado Jatunriti 6067m Cordillera Vilcanota
- 40. Nevado Pucehirca Norte 1 6046m Cordillera Blanca
- 41. Nevado Rasac 6040m Cordillera Huayhuash
- 42. Nevado Pucahirca Sur 6039m Cordillera Blanca
- 43. Nevado Contrahierbas 6036m Cordillera Blanca
- 44. Nevado Quitaraju 6036m Cordillera Blanca
- 45. Nevado Cayangate 1 6035m Cordillera Vilcanota
- 46. Nevado Tocllaraju 6032m Cordillera Blanca
- 47. Nevado Artesonraju 6025m Cordillera Blanca
- 48. Nevadc Hualca Hualca 6025m Cordillera Ampato
- 49. Nevado Caraz Oeste 6025m Cordillera Blanca
- 50. Nevado Caraz Este 6020m Cordillera Blanca
- 51. Nevado Jirishanca Norte 6015m Cordillera Huayhuash
- 52. Nevado Pucahirca Central 6014m Cordillera Blanca
- 53. Nevado Chimbaya 6010m Cordillera Vilcanota
- 54. Nevado Yayamari 6007m Cordillera Vilcanota
- 55. Nevado Ohacraraju Este 6006m Cordillera Blanca
- 56. Nevado Cayangate IV 6001m Cordillera Vilcanota
- 57. Nevado Yanarangra 5987m Cordillera Blanca
- 58. Nevado Carnicero 5980m Cordillera Huayhuash
- 59. Nevado Sabancaya 5976m Cordillera Ampato
- 60. Nevado Pucahirca Norte II 5970m Cordillera Blanca
- 61. Nevado Cabeza Blanca 5970m Cordillera Vilcabamba
- 62.Nevado Csyangate III 5969m Cordillera Vilcanota
- 63. Nevado Alpamayo 5947m Cordillera Blanca
Tourentip 1 in der Cordillera Blanca
Ishincatal - Nevado Ishinca 5530m / Nevado Urus Este 5420m
Die kurze und einfach erreichbare Quebrada lshinca hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Tal bei Bergsteigern entwickelt, die „höhere“ Ziele haben und sich hier ideal akklimatisieren können, denn am Talende stehen zwei „leichte“ Fünftausender, jeweils als Tagestour zu bewältigen, und ein stolzer Sechstausender, der ebenfalls nicht zu den schwierigsten Bergtouren der Cordillera Blanca zählt und dessen Farbspiele bei Sonnenuntergang unübertroffen sind. Bricht man zeitig in Huaraz auf, kann man schon am Nachmittag des gleichen Tages am Talschluß zu Füßen des 6032m hohen Nevado Tocllaraju sein Zelt aufgebaut haben, denn der Weg ist nur 22 km lang. Findet man in Huaraz einen Taxifahrer, der bereit ist, bis zur Hazienda Collon zu fahren, reduziert sich der Anmarschweg noch um weitere sechs
1. Anfahrt/Anmarsch Huaraz - Collon (3300m) - Basislager
Bis Paltay, 2950m, 15 km nördlich von Huaraz, fährt man auf der guten Asphaltstraße durchs Santatal, doch die sechs Kilometer zur Hazienda Collon, 3300m, mit der erdbebengeschädigten Kirche und ihrem einsturzgefährdeten Turm erfolgen allerdings auf miserabler Piste, und nur wenige Fahrer sind gewillt, ihr Fahrzeug dort hinauf zu chauffieren. Diese „Straße“ zweigt schon vor der Brücke, der Puente Paltay, dem Lauf des Rio Lucma (auch Rio Paltay) nach Osten folgend ab. In den Häusern um das Schulgebäude der Siedlung findet man auch Arrieros, die die schweren Rucksäcke auf Eselsrücken ins lshincatal transportieren. Der Höhenunterschied von Collon bis zum Talende beträgt 1000 Meter.
Nach den Häusern zieht der Weg an von Natursteinmauern gesäumten Getreidefeldern entlang, über denen sich im Südosten die beiden spitzen Eisgipfel des Nevado Jangyaraju, 5450m u. 5630m, und die Kuppe des Nevado Vallunaraju, 5686m, erheben. Der Weg bleibt auf der südlichen Flußseite, wo bald im Norden mit zunehmender Höhe nacheinander der Nevado Oopa, Hualcan, Chopicalqui und der Huascaran auftauchen, und schon steuert man auf den engen Taleingang der Quebrada lshinca zu, über deren Nordrand der westliche Gipfel der Nevado Urus-Kette lugt. Vom Einschnitt der beginnenden sehr engen Schlucht, die 8 km von Oollon aus erreicht ist, zeigt sich der breite Eisrücken des Nevado Palcaraju, 6274 m, über dem Talschluß. Nun wechselt der Weg auf die linke Flußseite und trifft auf den zweiten Weg, der sich schon nach den letzten Häusern von Collon auf die nördliche Flußseite begibt, und ebenso als Anmarschweg gewählt werden kann, passiert ein massives Holztor unter gigantischen Felstürmen, und schon deutet sich die Schönheit des kurzen und breiter werdenden lshincatales an. Uber dichtbe. standenen Quenuawäldchen und haushohen Felsbrocken, wo sich ganze Rudel von Vizcachas tummeln, thront der formschöne Nevado Tocllaraju, der dem Tal seinen Stempel aufdrückt.
Zum äußersten Talende in etwa 4300m Höhe senkt sich der Weg zuletzt noch ein wenig, aber der sandige, vom mäandernden Fluß durchzogene Kessel (Basislager des Tocllaraju), ist nachmittags oft Schauplatz böartiger Fallwinde, die jedesmal einen Sandsturm verursachen. Ihnen weicht man am besten aus, indem man vorher campiert. Vom Talschluß bieten sich nun zwei Fünftausender zur Besteigung an, die jeweils als Tagestour zu bewältigen sind.
2. Nevado Urus - 5420m
Der östlichste Gipfel der sich über dem Nordrand des lshincatales hinziehenden Bergkette der Nevado Urus-Spitzen ist während der Saison häufiges Ziel von Bergsteigern, und so ist auch meist eine deutliche Aufstiegsspur vorzufinden. Der technisch unschwierige Berg sollte aber trotzdem nicht unterschätzt werden, denn fast 5500 Meter Höhe wollen auch erst geschafft sein.
Man steigt schräg in nordöstlicher Richtung durch den Quenuawaid und dann durch Geröll auf der nördlichen Talseite zu großen Felsplatten hoch, bis die Schneegrenze erreicht ist und sich die Rinnsale der Schmelzwasser zu einem schmalen Bach vereinen. Nach 500 Höhenmetern kommt man ins Eis: Steigeisen und Pickel kommen zum Einsatz. Im Westen stehen die Zacken der weiteren lJrusgipfel, der höchste mißt 5495m. Die Aufstiegsroute ist spaltenfrei und führt zu einer markanten, deutlich sichtbaren Felsspitze oberhalb eines Sattels, von dem aus sie den letzten Aufschwung an kühn geformten Schneeverfrachtungen vorbei zum Gipfel in 5420m Höhe nimmt.
Vom Gipfel sieht man hinüber nach Norden zum Nevado Copa, als nächster Gipfel außer den Urus-Nachbarn zeigt sich der Nevadc Akilpc, 5560m, über der gleichnamigen grünen Lagune, die in 4700m Höhe direkt unter uns liegt, und natürlich auf den Stolz des lshincatales, den Nevado Tocllaraju, 6032m, und seinen 6274m hohen südlichen Nachbarberg, den Nevado Palcaraju.
Nun erkennt man auch die beiden Seen, die sich hinter der Moräne am Talschlul3 der Quebrada lshinca verbergen, Lagune Pacliash und Lagune Toclla. Im Süden, auf der gegenüberliegenden Talseite erheben sich von rechts Jangyaraju, 5630m, Ocshapalca, 5881m, und der Klotz des 6162m hohen Nevado Ranrapalca.
Durch die massige Gestalt dieses Sechstausenders wirkt sein linker Nachbar, der 5530m hohe Nevado lshinca verschwindend klein, man sieht auch deutlich am Rand der Moräne die Lagune lshinca, 4900m, die den beiden letztgenannten Gipfeln vorgelagert ist.
Und man erkennt auch den Weg, der vom Talgrund in den kurzen nach Süden aufsteigenden Einschnitt der Quebrada Yanaraju bis zu dieser Lagune lshinca führt.
3. Nevado Ishinca - 5530m
Der Anmarschweg bis zur Schnee- und Eisgrenze des Nevado lshinca ist zwar länger als zum Nevado Urus, aber auch weitaus angenehmer, denn ein sehr guter Weg zieht sich vom sandigen Talende etwa 30 m über dem Talboden Richtung Moräne unter dem Tocllaraju, nachdem man vorher den Bach auf einer Brücke aus Baumstämmen nach Süden überquert hat. Der nicht zu verfehlende Weg gewnnt dann rasch an Höhe, nun in südlicher Richtung aufsteigend, und bald ist das Ziel, der Nevado Ishinca links neben dem Nevada Ranrapalca, über dem kurzen Taleinschnitt sichtbar.
Vor der mächtigen Schuttmoräne, hinter der sich die langgestreckte Lagune lshinca verbirgt, breiten sich grüne von Bärlappgewächsen bestandene Feuchtwiesen aus. Der Weg führt bis zu einem Ingemmet-Camp vor der Lagune, wo aut einem großen Felsbrocken ein Kreuz steht.
Auch ohne die Absicht einer Besteigung des Nevado lshinca lohnt der 4 km lange Abstecher zur 4900 m hoch gelegenen Lagune, denn die Ausblicke hier oben bleiben vom Talboden verwehrt. Um nun den Nevado lshinca zu besteigen, ist es nicht notwendig, bis zur Lagune hochzugehen, sondern man kann zwischen den beiden etwas tiefer gelegenen kleinen Seen links des Weges durchlaufen und in Geröll und Fels zur Eisgrenze und zum meist durch eine vorhandene Aufstiegsspur erkennbaren Einstieg gelangen. Die Aufstiegsroute zieht sich nach links, um die Eiskaskade zu vermeiden, und dann dem Bergrücken folgend zum Gipfel. Eisausrüstung ist selbstverständlich auch hier ertorderlich, gähnend tiefe Gletscherspalten lassen sich überspringen oder umgehen. Riesige Eiszapfen hängen an Eisabbrüchen, die man passieren muß und die Aussicht wird Schritt für Schritt umfassender und großartiger. Die letzten 30 Höhenmeter erfolgen steil auf der nördlichen Breitseite der schon von weiter unten erkennbaren Gipfelnase, die durch eine riesige Gletscherkluft in zwei Teile gespalten ist. Vom Gipfel, 5530 m, genießt man einen herrlichen Rundblick auf die nahen Eisriesen der Cordillera Blanca. So ist der steile Gipfelautbau des Nevado Ranrapalca, 6162 m, zum Greifen nahe, In entgegengesetzter Richtung erhebt sich, von hier in vollkommen veränderter Form (von links) der Tocllaraju, dann der Nevado Palcaraju, 6274 m, mit seiner beeindruckenden Eiswand und der Nevado Pucaranra, 6147 m. Im Norden über dem Ishincatal erkennt man die steile Südostflanke des Nevado Copa, und im Süden reicht der Blick über den Huantsan bis zur Cordillera Huayhuash.
Tourentip 2 in der Cordillera Blanca
Langanuco-Tal - Nevado Pisco - 5752 m
Kein zweiter Gipfel mit vergleichbarer Höhe in der Cordillera Blanca ist so einfach zu besteigen wie der Nevado Pisco West. Der kurze Anmarschweg, die meist vorhandene Aufstiegsspur, das Fehlen technischer Schwierigkeiten und seine spektakuläre Aussicht hat ihn zum meistbestiegenen Gipfel der Cordillera Blanca, ja Perus, werden lassen. Aber trotzdem sollte er nicht unterschätzt werden:
Eine aufreibende Moräne, blitzschnelle Wetterumschwünge in großer Höhe mit entsprechendem Absinken der Temperatur, Nebel oder mangelnde Höhenverträglichkeit können auch den Nevado Pisco zu einem riskanten Unternehmen machen. Selbstverständlich sind Steigeisen und Eispickel (oder Skistöcke) erforderlich. Die Spaltenverhältnisse des Gletschers verändern sich von Jahr zu Jahr sehr stark.
Die beiden Piscogipfel, Pisco West, 5752m und Pisco Ost, 5760m, stellen ein Verbindungsglied zwischen dem Huandoymassiv und dem Nevado Ohacraraju dar. Der eigentliche Aufstieg zum Gipfel erfolgt von einem Sattel, in 5350m Höhe östlich des Huandoy-Ostgipfels. (Drei bis vier Tage von Huaraz.)
1. Etappe - 800 Hm ins Basislager
Vom oberen Llanganucosee läuft man den Bach entlang durch den kurzen, aber dichten Quenuawald, in welchem der von Richtung „Portachuelo de Llanganuco“ herabfließende Bach auf einer Holzbrücke überwunden wird. Nach drei Kilometern ist man am Eingang zum Yanapacchatal (Demandatal). Am Waldrand, nahe der untersten Haarnadelkurve der Paßstraße, wo sich zu beiden Seiten des Baches ein beliebter Zeltplatz befindet, überquert man den Yanapacchabach und steigt sogleich nach links den Hang hoch. Der aus-getretene Weg zieht sich auf einer gedachten Achse vom Nevado Chopicalqui (Südosten) direkt zum Fuße des Nevado Pisco (Nordwesten). Rechts wird das lange Massiv des Nevado Yanapaccha sichtbar, dessen höchster Punkt 5460m mißt. Einzelne knorrige Quenuabäume stehen am Weg. In diesem Bereich ist vor einigen Jahren der Versuch gestartet worden, Vicunias anzusiedeln. Ein kleines Rudel dieser scheuen, in der Cordillera Blanca eigentlich nicht heimischen Tiere hat hier ihr Revier.
Während des Aufstieges wird der Rückblick auf Ohopicalqui und Huascaran immer freier. Auch das Ziel wird sichtbar und nach einem etwas felsigen Wegaufschwung ist auch schon der obere Tal-abschluß mit der gewaltigen Schuttmoräne unterhalb des Huandoystockes und des Pisco erreicht. Wenige hundert Meter weiter nach dem Bachanfang befindet sich links des Moränenrückens das Pisco-Basislager, 4700m (7 km).
2. Etappe - Auf den Pisco-Gipfel
Vom Zeltlager steigt man direkt nach rechts einen Pfad die Moräne hinauf (nicht bis zum Moränenende gehen, das ist ein Umweg!) und von deren Kamm sofort wieder steil hinab in das Labyrinth aus Fels, Schotter und Eis. Viele Steinmandl weisen die kürzeste Durchquerung bis zur Eisgrenze unterhalb des Piscosattels. Für das mühsame und anstrengende Gestolpere sind etwa zwei Stunden nötig. Vor Beginn des Eises gibt es noch einen kleinen behelfsmäßigen Lagerplatz und einen winzigen See. Fast erlösend wirkt nach der anstrengenden Moräne das Steigen im Eis auf den Piscosattel, 5350m. Bis hierher ist der Weg mit der Autstiegsroute für eine eventuelle Besteigung des Nevado Huandoy identisch. Von dem weiten Plateau unterhalb des Huandoy-Ostgipfels, 6070m, das nach Norden zur Lagune Paron abbricht, bietet sich ein phantastischer Ausblick. Die gesamte, den Paronsee nach Norden abschirmende Giptelkette von Aguja Nevada und Nevado Oaraz ist mit einem Male sichtbar geworden, sowie die zweifelsohne am meisten beeindruckende, ebenmäßige Südostwand der 6025m hohen Eispyramide des Nevado Artesonraju.
Nun geht es auf der vielbegangenen Spur ostwärts den Rücken des Nevado Pisco hoch. Die Spalten können umgangen oder übersprungen werden; bizarre Seracs, ein steileres Aufschwungstück und wenige Höhenmeter unterhalb des Giptels eine tiefe Gletscherspalte, die sich laufend verändert, kennzeichnen den Aufstieg. Und dann, urplötzlich, auf den letzten Schritten zum Gipfel, zum Greifen nahe, der wilde Nevado Ghacraraju.
Hauptsächlich wegen seiner wirklich großartigen Aussicht in zentraler Lage der nördlichen Gordillera Blanca ist der Nevado Pisco, 5752m, ein lohnendes Ziel. Der Blick reicht in weitem Kreis auf viele Seohstausender. Von Westen nach Norden: Huandoy Süd, 6160m, Huandoy Nord, 6395m, Huandoy Ost, 6070m, dann die Kette von der Aguja Nevada 1, 5840m, Aguja Nevada II, 5866m, Nevado Caraz West, 6025m, Garaz Ost, 6020m, etwas zurückversetzt der Quitaraju, 6036m und der Alpamayo, 5947m, der Artesonraju, 6025m, ein kleiner Teil der Pucahircagruppe, der Nevado Paron, 5700m, die Piramide de Garcilaso ist vom nahen Pisco-Ostgipfel, 5760m, verdeckt, dafür ist der 6112m und 6006m hohe Nevado Ghacraraju um so näher zu bewundern. Unter seiner Südwand erkennt man die Lagune 69 im oberen Yanapacchatal, dahinter den mehrgipfligen gleichnamigen Berg, 5460m, und rechts darüber den Gontrahierbas, 6036m, anschließend die Paßstraße auf den „Portachuelo de Llanganuco“ und natürlich im Süden das Dreigestirn Chopicalqui, 6354m, Huascaran Süd, 6768m, und Huascaran Nord, 6655m. Uber dem Col zwischen Chopicalqui und Huascarán Süd ist noch der Nevado Hualcan, 6125m, erkennbar.
Tourentip 3 in der Cordillera Blanca
Nevado Copa Norte 6173m
Der doppelgipflige Sechstausender, der schon von Huaraz aus und von der Straße im Santatal zu sehen ist, liegt nördlich des beginnenden Taleinschnitts der Quebrada Honda und südlich des ebenfalls mit zwei Gipfel gezierten Nevado Hualcan, 6104m und 6125m, und gehört zu den technisch leichteren Sechstausendern der Cordillera Blanca. Bei guten Verhältnissen können vier Tage inklusive Anfahrt ausreichen; bestmögliche Akklimatisation natürlich vorausgesetzt, denn es sind immerhin 3200 Höhenmeter zu bewältigen und mehr als 6000 Meter Höhe haben ihren Preis. Beide Gipfel, den 6188m hohen Süd- und den 6173m hohen Nordgipfel, besteigt man über die gleiche Anfangsaufstiegsroute vom Legiacocha an seiner Westseite.
1. Etappe: Huaraz - Basislager am Legiacocha 4706m
Von Huaraz fährt man mit dem Bus über Marcara bis Ohancos und weiter, sofern eine Fahrgelegenheit besteht, bis Vicos, 3050m. In dem kleinen Bergdorf kann es zur Erntezeit zu Engpässen bei Tragetieren kommen, aber normalerweise findet man hier einen Treiber, der den Weg zum Legiacocha weiß und dessen Lasttier vor allem den Rucksack zum 1700m höher gelegenen Basislager schleppt. 15 anstrengende Kilometer stehen bevor.
Durch die enge Gasse rechts neben der Kirche am Dorfplatz ist nach kurzem, etwas steileren Wegbeginn Feld- und Ackerland das erste Ziel, durch das sich der Weg zu einem dichten Eukalyptuswald zieht. Die Bergkette der Urusgipfel im Süden über dem Hondatal ist sichtbar. Dann macht der Weg einen großen Bogen nach Norden, folgt einem tiefeingefressenen Bach bis plötzlich der Huascarán-Südgipfel über der Ebene auftaucht.
Der lange und steile Anstieg zum See beginnt; anfangs durch dichtes Buschwerk, das den Weg scheinbar versteckt, dann lange durch Quenuawald und schließlich felsiger werdend auf Serpentinen zur Westseite des Nevado Copa. Eine der wenigen Lagermöglichkeiten findet man noch vor dem von einer Moräne verdeckten See bei den Ruinen eines ehemaligen lngemmet-Camps. Etwas tiefer und weiter westlich liegt ein sehr kleiner, runder, tiefblauer See und ein weiterer länglicher, aber alle sind von Felsblöcken gesäumt und zum Zelten ungeeignet. Südöstlich über dem grünen Legiacocha, 4706m, erhebt sich der Nevado Chico, 5170m, und dahinter, praktisch als höchste Erhebung des verlängerten Südgrates des Nevado Copa Sur, der Nevado Paccharuri, 5325m.
2. Etappe: Basislager (4706m) - Hochlager (ca. 5400m)
Der Einstieg zu den Copagipfeln ist rechts des markanten etwa 250 m hohen, dunklen Felssporns, der zu beiden Seiten von Gletschereis flankiert ist. Nachdem man die Moräne und den betonierten Abfluß des Legiacochas am westlichen Ufer überwunden hat, stolpert man durch lockere Felsblöcke zum untersten Ende der Gletscherzunge hoch. Es folgt der steilste Abschnitt während des gesamten Aufstieges, die 60 Grad geneigte, 200 m hohe Eisflanke. Bis zum Erreichen des Randes des weiten Schneekessels, der sich vor den beiden Copagipfeln ausbreitet, werden über den Seracs im Süden der Nevado Ranrapalca und seine Nachbargipfel sichtbar. Riesige Eiszapfenvorhänge beschließen das Teilstück, zum Südgipfel (dem häufiger bestiegenen) hält man sich nun mehr rechts, während das Ziel Nordgipfel ein Vordringen in den nach Nordwesten offenen Kessel erfordert. Man quert noch so weit wie möglich nach Nordosten das von tiefen Gletscherspalten durchzogene Becken, bis man einen geeigneten flachen Platz zwischen 5300 m und 5400 m Höhe für die Nacht gefunden hat. In dem Becken ist man ziemlich gut vor Winden, zumindest von Norden und Osten geschützt. Aber -15°C in der Nacht und geringfügig tiefer in der Morgendämmerung sind in diesen Höhen zu erwarten.
3. Etappe: Auf den Copa-Gipfel (6173m)
Etwa 800 Höhenmeter in Eis, Schnee und Kälte stehen bevor. Hinter dem Plateaugipfel des Nevado Hualcan im Nordwesten taucht mit zunehmender Höhe der Huascaran und Chopicalqui auf. Keine Spur führt auf den Nordgipfel des Nevado Copa. Mehrmals scheinen breite Spalten das Weiterkommen zu vereiteln, doch man kann sie umgehen. Kräfteraubendes Spuren in der dünnen Luft kostet Kraft und Zeit. Man steuert einfach auf den zunächst unscheinbar wirkenden Nordgipfel zu, den aber ein steiler Zuckerhut krönt. Auf den letzten 50 Höhenmetern erreicht man die sen auf einem Schneegrat, den man wie auf einer Himmelsleiter hochstapft. Der äußerst spitze Gipfel fällt nach Osten fast 2000 Meter senkrecht ab. Mit 6173m ist der Copa Norte 15 m niedriger als der Copa Sur, wird aber sehr selten bestiegen. Er bietet nach einem anstrengenden morgendlichen Aufstieg eine weitreichende, herrliche Aussicht auf die Gipfelwelt der Cordillera Blanca.
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