Peru
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Peru - Stadt & Land
Mit einer Fläche von 1.285.216 km2 ist Peru gut dreieinhalbmal größer als das wiedervereinigte Deutschland. Im Norden grenzt das Land an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien, im Südosten an Bolivien und im Süden an Chile. Die natürliche Westgrenze bildet die 2800 km lange Pazifikküste. Mehr als die Hälfte der Fläche des drittgrößten Landes Südamerikas ist (noch) von Urwald bedeckt, dem Einzugsgebiet des Amazonasstroms; 30% sind Hochland und Gebirge und nur 10% bleiben für den schmalen wüstenähnlichen Küstenstreifen am Pazifischen Ozean. Das Andenland ist verwaltungsmäßig in 24 Departamentos aufgeteilt, diese wiederum in 156 Provinzen und über 1000 Distrikte.
Landesnatur
Peru gliedert sich in drei große Landschaftsräume: in die Costa (Küste), die Sierra (Gebirge) und in die Selva (Amazonasurwald). Diese Landschaftsformen weisen in allen Belangen große Unterschiede auf.

Die Costa
Die Costa ist ein schmaler, 2300 km langer, wüstenartiger Küstenstreifen am Pazifik, der etwa 10% der Gesamtfläche Perus einnimmt. Im Norden ist dieser Küstenstreifen etwa 150 km breit, im Süden aber nur 30 km. Er erreicht eine durchschnittliche Höhe von 500m. in der Wüstentafel von Arequipa sogar 2300m und er ist von zahlreichen Flußoasen durchzogen. Die Küstenwüste ist weniger von flimmernder Hitze, sondern mehr von Nebel (garúa) und feinstem Nieselregen geprägt. Verantwortlich dafür ist der Humboldtstrom, der als kalte Meeresströmung von Süden nach Norden an der Küste entlangfließt und in Höhe des Äquators nach Westen abdreht. Durch diese kalte Strömung wird die warme Pazifikluft abgekühlt und kondensiert zu Nebel, der aber meist für einen Regen nicht ausreicht. Durch künstliche Bewässerung und Wassertunnel von den Anden herab wurde und wird der Wüste immer mehr Ackerland für die Landwirtschaft abgetrotzt. Eine Besonderheit sind die Lomas, die (niedrigen) Küstenkordilleren, auf denen Kakteen, Hartlaubsträucher und Wüstenpflanzen wachsen und deren Feuchtigkeifsbedarf durch den immerwährenden Nebel in den Sommermonaten genügend gedeckt wird. Hinter diesen Küstenbergen breitet sich eine extrem trockene Binnenwüste mit Salpeterablagerungen aus. Die Küstenwüste wird von Nord nach Süd von der Carretera Panamericana durchzogen.

Die Sierra
So heißt das Bergland der Anden, das sich in Peru östlich der Küstenwüste erhebt und sich von Venezuela bis Patagonien als längstes Kettengebirge („Cordillera“) der Welt hinzieht. Die Sierra nimmt - mit ihren Übergangsregionen - etwa 30% der Gesamtfläche beider Länder ein. Die Übergangsregion vom Gebirge am Ostabhang der Anden ins Tiefland wird Yungas genannt. Die Yungas sind eine teils tropisch-üppig bewachsene Region mit tiefeingeschnittenen Tälern zwischen 500 und 2000 m Höhe. Tierra nevada, Tierra helada (mit Untergliederung Puna und Páramo), Tierra fria, Tierra templada und Tierra caliente sind wichtige Bezeichnungen und Höhendefinitionen der thermischen Höhenstufengliederung der Sierra. Im Páramo fallen besonders die hohen Schopf- und Wollkerzenpflanzen auf (Puya raimondii). Die Puna untergliedert sich (von unten) in die Feucht-Puna, in die Trocken- oder Salz-Puna (hier liegen die Salztonebenen oder Salare), die Kälte-Puna und als höchstgelegene Stufe in die Frostschutt-Puna. Die höchsten Berge, die ebenfalls der Sierra zuzuordnen sind, sind in Peru der Huascarán mit 6768m, sowie weitere über sechzig 6000er in verschiedenen Gebirgsgruppen. In Nordperu gliedern sich die Anden in drei Kordillerenzüge, in die Cordillera Occidental (West), Cordillera Central (Mitte) und in die Cordillera Oriental (Ost). In den Westkordilleren liegt die berühmte Cordillera Blanca mit dem Huascarán. Zwischen West- und Ostkordilleren erstreckt sich das Hochlandbecken des Altiplano auf einer Höhe von etwa 3500 m, hier lebt der Großteil der andinen bzw. indigenen Hochlandbevölkerung. Östlich des Titicacasees, des höchsten schiffbaren Sees der Welt, erstreckt sich die Cordillera Real, die jedoch bereits in Bolivien liegt. An der feuchten Andenostseite beginnt unterhalb von etwa 3000m Höhe der Nebelwald, der in die Selva überleitet.

Die Selva
Die Selva ist das riesige Amazonastiefland, ein noch weitgehend unerschlossenes dichtes Regenwaldgebiet. Hier gibt es kaum Wege, geschweige denn verkehrstaugliche Straßen. Als Verkehrswege dienen erster Linie die in den Ostkordilleren entspringenden Flüsse, wie der 1900 km lange Rio UcayaIi, der sich mit dem Rio Maranon kurz vor Iquitos zum Amazonas vereinigt. Der tropische Regenwald steigt von den Flußniederungen bis auf 1000 bis 1200m an und geht dann in den tropischen Bergurwald über. Zwischen 2000 und 2500 m wechselt der Bergurwald in den Nebelwald. die Baumgrenze wird in den Anden dann zwischen 3500 und 3800 m erreicht.
Bevölkerung
Im drittgrößten Land Südamerikas leben derzeit etwa 23 Millionen Menschen. Die Bevölkerungsdichte ist mit ca. 20 Einwohnern je Quadratkilometer relativ gering (Deutschland: 228 pro qkm). Dabei ist die Costa (wo über 50 % der Gesamtbevölkerung leben) mit 45 EW pro qkm relativ dicht besiedelt, das Amazonastiefland (ca. 10 % der Gesamtbevölkerung bei rund 60% der Gesamtfläche) mit knapp 2 EW pro qkm extrem dünn besiedelt. 40% aller Peruaner sind unter 15 Jahre alt. Die Bevölkerungsstruktur weist einen Anteil von über 52% lndigena (Quechua, Aymara), 2% Tieflandindianer, 32% Mestizen (Mischlinge zwischen lndigena und Weißen) und 12% Weiße auf. Die in Peru geborenen Nachfahren der spanischer Einwanderer werden als Kreolen bezeichnet. Minderheiten mit ca. 2% Bevölkerungsanteil sind Schwarze, Chinesen und Japaner. Der Bevölkerungszuwachs beträgt derzeit jährlich 2,1 %. Die Hälfte der Bevölkerung ist schlecht ernährt, etwa 40% davon regelrecht unterernährt. Rund ein Drittel der über l5jährigen sind Analphabeten. Trotz allgemeiner Schulpflicht gehen rund 25% aller Kinder im schulpflichtigen Alter nicht zur Schule.
Die größten und wichtigsten Städte Perús
Neben Lima (ca. 10 Mio. EW) gibt es noch weitere 17 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern sowie eine Vielzahl wirtschaftlich, kulturell oder geschichtlich bedeutender Städte, über die Sie im folgenden Einzelheiten erfahren können:
  • Lima + Callao (10.000.000)
  • Arequipa (630.000)

  • Trujillo (550.000)

  • Chiclayo (420.000)

  • Cuzco (330.000)

  • Piura (290.000)

  • Iquitos (275.000)

  • Chimbote (270.000)

  • Huancayo (260.000)

  • Juliaca (190.000)

  • Pucallpa (180.000)

  • Tacna (175.000)

  • Ica (165.000)

  • Tumbes (150.000)

  • Puno (120.000)W

  • Huánuco (120.000)

  • Ayacucho (115.000)

  • Cajamarca (100.000)

  • Huaraz (68.000)

  • Abancay (50.000)

  • Moquegua (42.000)

  • Huancavelica (30.000)