Peru
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Peru - Literatur & Musik
Literatur
Der erste bedeutende Chronist war der Mestize Garcilaso de la Vega (1539 - 1616), der in Cuzco als Sohn eines spanischen Heerführers und einer lnkaprinzessin geboren wurde. 1559 ging er nach Spanien und schrieb in Cördoba sein Hauptwerk „Comentarios Reales“, das wichtigste Quellwerk der lnkageschichte. Ein anderer wichtiger Geschichtsschreiber war der Spanier Pedro Cieza de Leön. Als eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen gilt Clorinda Matto de Turner mit ihrem Roman „Aves sin nido“ (Vögel ohne Nest). Perus bedeutendster zeitgenössischer Schriftsteller ist Maria Vargas Llosa („Der Hauptmann und sein Frauenbataillon“). Llosa erhielt für sein Werk „La guerre de la fin du monde“ den Hemingway-Preis.

Bei den Präsidentschaftswahlen 1990, bei denen der weltbekannte Schriftsteller kandidierte und als haushoher Favorit gehandelt wurde, unterlag er überraschend dem japanischstämmigen Ökonomen Alberto Fujimori (siehe auch unter Politik). Bei Suhrkamp erschienen von ihm „Tante Julia und der Kunstschreiber“, „Lob der Stiefmutter“ und andere Werke. Der ebenfalls sehr bekannte Manuel Scorza („Trommelwirbel für Rancas“) kam 1983 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.
Für Interessierte folgt eine Liste der wichtigsten erhältlichen Werke peruanischer Literatur:
  • Arguedas, José Maria: Die tiefen Flüsse, Frankfurt/M 1980
  • Arguedas, José Maria: Fest des Blutes, Berlin 1980
  • Arguedas, José Maria: Trink mein Blut, trink meine Tränen, Berlin 1984
  • Peters, Daniel: Der Inka, Heyne-Verlag
  • Scorza, Manuel: Der schlaflose Reiter, München 1987
  • Scorza, Manuel: Garbombo der Unsichtbare, München 1978
  • Scorza, Manuel: Trommelwirbel für Rancas, Frankfurt 1980
  • Vargas Llosa, Mario: Das grüne Haus, Frankfurt/M 1976
  • Vargas Llosa, Mario: Der Geschichtenerzähler, Frankfurt/M 1992
  • Vargas Llosa, Mario: Der Hauptmann und sein Frauenbataillon, Frankfurt/M 1983
  • Vargas Llosa, Mario: Der Krieg am Ende der Welt, Frankfurt/M 1982
  • Vargas Llosa, Mario: Die Anführer, Frankfurt/M 1993
  • Vargas Llosa, Mario: Die kleinen Hunde, Frankfurt/M 1983
  • Vargas Llosa, Mario: Die Stadt und die Hunde, Frankfurt/M 1990
  • Vargas Llosa, Mario: Die Wahrheit der Lügen, Frankfurt/M 1994
  • Vargas Llosa, Mario: Gespräche in der Kathedrale, Frankfurt/M 1984
  • Vargas Llosa, Mario: Maytas Geschichte, Frankfurt/M 1986
  • Vargas Llosa, Mario: Wer hat Palomino Molero umgebracht? Frankfurt/M 1988
  • Liess, Mark: Tante Julia und der Kunstschreiber. Frankfurt/M 1985
  • Liess, Mark: Lob der Stiefmutter, Frankfurt/M 1991
Musik
Wer hat sie nicht im Ohr, diese melancholische Flöten- und Charango-Musik der Anden, die durch das Fünf-Tonsystem und die Moll-Tonleiter entsteht. Im lnkareich herrschten drei bekannte Musikformen vor: huanca, die kultische Musik, yaravi, das kleine, leise Lied und huaino, die typische Tanzmusik. Yaravi wird heute noch gesungen, und der Huaino ist die Tanzmusik des peruanisch-bolivianischen Hochlandes. Ein typischer Tanz des Altiplanos ist auch der Bailecito, der unter dem rhythmischen Klatschen der Umstehenden paarweise getanzt wird. „El condor pasa“, die Ballade vom Aufstand des Túpac Amarú II gegen die Spanier ist ein Yaravi.

Der lebhafte, temperamentvolle Nationaltanz Perus ist die Marlnera oder Cueca Chilena. Hierbei kommt neben der Gitarre vor allem die Harfe zum Einsatz. Die Flöte, eines der wichtigsten Instrumente der peruanischen Musik, gibt es in zahlreichen verschiedenen Ausführungen, z.B. eine Längsflöte, hergestellt aus einem besonderen Rohr, auch Antara genannt; eine kleine Panflöte aus zwei parallel laufenden Reihen unten geschlossener Schilfrohre in verschiedenen Längen oder auch eine sehr große, bis 2 m hohe und in der Bauart ähnliche Panflöte. Zum Instrumentarium der zahlreichen Volksmusikgruppen in den Straßen und Kneipen der Städte gehören weiterhin ein mandolinenartiges Saiteninstrument, dessen Schallkörper meist aus der Schale eines Gürteltieres besteht (erst seit der Kolonialzeit in Gebrauch); eine tiefe Baßtrommel für den Rhythmus, entweder als einfellige huancar oder zweiteIlige tinya; verschiedene Rasseln, die zusammen mit Gitarre, Mandoline und Harfe ein reizvolles Klangbild ergeben.

Traditionelle peruanische Musik kann man sowohl im Land selbst als auch hierzulande auf unzähligen Tonträgern erwerben. Die Qualität und Authentizität ist sehr unterschiedlich, doch gibt es mittlerweile auch einige ausgezeichnete Aufnahmen auf CD zu kaufen.