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Peru - Kultur & Tradition
Perú verfügt über eine jahrhundertealte und in zahlreichen Facetten alten Traditionen entstammende Kultur. Die wechselhafte Geschichte des Andenlandes lebt in der vielfältigen Ausprägung kultureller Traditionen fort und ist so im Leben der Menschen immer lebendig. Einen kompletten Überblick über Traditionen und Kultur von Perú zu geben, würde hunderte Seiten füllen. Hier sind deshalb nur die wichtigsten Informationen zusammengestellt.
Baustil
Die militärische Eroberung des Inka-Reiches verlief außerordentlich schnell. Die Spanier zerstörten oder schleiften viele lnkabauten, um die Steine zum Bau ihrer Kirchen, Klöster und Paläste zu verwenden. Als Arbeitskräfte waren sie dabei jedoch auf die lndigena angewiesen. aus denen in der Folge immer wieder bedeutende Künstler hervorkamen. Der Kirchenbau folgte nach außen hin dem spanischen Renaissance- und Barockstil, im Detail fanden oft Symbole indigener oder indianischer Herkunft Verwendung, wie beispielsweise Vögel, Blumen, Raubkatzen, Affen oder Pflanzen. Dieser Mestizo-StiI (auch „Andenbarock“ genannt) ist heute noch in vielen Kirchen in Cuzco, Puno, Arequipa und La Paz zu sehen. Weitere Stilrichtungen war der spanische Mudejar-Stil mit maurischen Elementen und der überladene churriguereske (Barock-)Stil. Bei den Altären dominierte der platereske Stil (filigraner Ornamentsstil mit Blumen-, Ranken- und Heraldik-Elementen).
Malerei
Die Malerei stand zunächst unter dem Einfluß des italienischen Manierismus, dann unter der niederländischen Malkunst. Im 18. Jahrhundert bildete sich in Cuzco mit der Escuela Cusquerta ein eigener Malstil. Bei einem Besuch in Cuzco kann man die Malerei dieser Stilart in zahlreichen Beispielen besichtigen.
Feste
Da wäre zunächst der peruanische Nationalfeiertag am 28. Juli zu nennen, der überall in Perú begangen wird. Interessanter und für den Reisenden von größerer Bedeutung sind jedoch die traditionellen Feste der einfachen Bevölkerung. Musik und Tanz sind - neben reichlichem Essen und Trinken - die wichtigsten „Zutaten“ dieser recht zahlreichen Hochland-Feste, die an den kirchlichen und lokalen Feiertagen überall im Land stattfinden. Fast jede Stadt ist berühmt für ihr besonderes Fest. Einige der bedeutendsten lokalen Feste des Andenhochlandes seien hier genannt:
Puno
das Marienfest, verbunden mit der Diablada, eine Woche vor und nach Karneval
Oruro(Bolivien)
die Diablada, der überschäumende Karneval-Höhepunkt des Hochlandes
Ayacucho
die Karwoche mit prunkvollen Prozessionen
Cusco
Inti Raymi am 24. Juni (sehr touristisch)
Copacabana
das Fest der Virgen vom 5. bis 8. August
Lima
das Fest „Secorde los Mitagros“ am 18., 19. und 28. Oktober.
An Allerheiligen/Allerseelen geht überall die Bevölkerung zu fröhlichen Gelagen auf die Friedhöfe. Die wohl ergiebigste Gegend für Feste ist das Gebiet um den Titicacasee, rund um Puno wird fast jede Woche ein Fest gefeiert.
Kulturpolitik
Das Bildungssystem von Perú gliedert sich in Primar- und Sekundarschulwesen sowie den Universitätsbereich. Daneben existieren zahlreiche sogenannte Akademien - Berufsbildungsinstitute unterschiedlicher Organisationsformen. Nach offiziellen Angaben sind zwischen 10,5 % und 15 % der Bevölkerung Analphabeten. Im Schul- und Hochschulbereich gibt es eine deutliche Zweiteilung: Die von wenigen Schülern/Studenten aus überdurchschnittlich wohlhabenden Familien besuchten privaten Schulen und Hochschulen vermitteln ein hohes Ausbildungsniveau. Sie sind gut ausgestattet und verfügen über qualifizierte Lehrkräfte. Der große Rest der weniger wohlhabenden Privat- und relativ armen staatlichen Schulen und Universitäten kann aus Mangel an finanzieller Unterstützung durch den Staat und wegen unterbezahlter Lehrkräfte nur Unterricht minderer Qualität leisten.
Die verbreitete Kinderarbeit (nach UNICEF-Angaben 51%) bringt es mit sich, dass viele Kinder nicht zur Schule gehen und 13 % die fünfte Klasse nicht erreichen. Die restriktive Haushaltspolitik der Regierung wirkt sich weiterhin auch auf den Erziehungssektor aus. Allerdings hat die Regierung in den letzten Jahren erhebliche Mittel für den Neubau von Schulen zur Verfügung gestellt. Die Situation von Wissenschaft, Kunst und Literatur bessert sich in wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht nach den Krisenjahren zu Beginn des letzten Jahrzehnts nur langsam. Staatliche Mittel für Kunst- und Kulturförderung sind kaum vorhanden. Es gibt neun landesweite peruanische Fernsehstationen und eine Vielzahl von Zeitungen und Zeitschriften sowie lokalen Radiostationen. Im ganzen Land werden kaum mehr als 150.000 Exemplare pro Tag an Tageszeitungen gedruckt. Die Zahl der Leser der seriösen Presse verzeichnet langsam wieder eine leichte Aufwärtsbewegung.
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