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Peru - Pflanzen- & Tierwelt
Tiere Perus
Lama oder Alpaka - das ist jedesmal die Frage, wenn dem Besucher diese charakteristischen Tiere der Anden vor die Kamera laufen. Beiden und ihren Verwandten Wildkamelen Guanako und Vicuiia haben wir einen Exkurs gewidmet. Wo es Lamas hat, tummeln sich auch Viscachas (Hasenmäuse, Lagidium peruanum), die zur Familie der Chinchillas gebären. Die kleinen, grauen, possierlichen Tierchen sehen ähnlich unseren Murmeltieren aus und werden bis zu 60 cm groß.
Die hochgelegenen Salzseen (Salare) in den Anden bilden das Biotop für drei Flamingoarten neben dem graubeinigen chilenischen Flamingo und dem rotbeinigen Jamesflamingo wird hier auch der gelbfüßige Andenflamingo angetroffen. Dazwischen tummeln sich Rüsselbläßhühner. Kondore sieht man nur selten aus nächster Nähe, sie haben sich tief in die Berge zurückgezogen. Diese mächtigen Geier zählen mit bis zu drei Metern Flügelspannweite zu den größten Vögeln überhaupt. Von den mit Panzer aus Hornplatten geschützen Gürteltieren gibt es in Südamerika weit über ein Dutzend Arten. Das größte ist das rund 1 m lange (Schwanzlänge ca. 50 cm) Riesengürteltier ( (Priodontes gigantes).
Im Nebelwald sieht man noch sehr viele bunte Kolibris herumschwirren darunter auch den Riesenkolibri. Ab und zu schleicht ein Brillenbär oder Bergtapir durchs Unterholz. Dazwischen tummelt sich die Wollhaarbeutelratte, eine Art Cossum. Im Urwald begegnet man außerdem einer Fülle von Vogelarten, die bekanntesten sind Papageien Aras, Tukane und Webervögel, deren Nester keulenförmig an den Bäumen hängen. Und zwischendrin tummeln sich farbenprächtige Schmetterlinge, schleichen die letzten Jaguare und Ozelote auf Beute durch die „Grüne Hölle‘. An der Küste trifft man riesige Kolonien von Seevögeln darunter Meerespelikane, der Guano-Kormoran und der Peruanische Tölpel, die den Guano-Mist produzieren, ein ausgezeichnetes Düngemittel.
Bemerkenswert ist der Fischreichtum an der Küste (und auch in Urwaldflüssen). Im kalten, aber nährstoffreichen Wasser des Pazifik-Humboldt-Stroms leben gewaltige Schwärme von Sardinen, die als Rohstoff einer Fisch- und Fischmehlindustrie herhalten müssen. Mittlerweile ist durch übermäßigen Fang das biologische Gleichgewicht gestört, was zur Abnahme aller Fische und auch Seevögel führte. Auf den vorgelagerten Inseln teilen sich Pinguine, Robben, Seelöwen und ab und zu auch See-Elefanten die begehrten Trockenplätze an der Sonne.
Der bedeutendste Süßwasserfisch in der Arapaima gigas, in Peru Paiche genannt. Er kann über drei Meter lang und 300 Pfund schwer werden und gilt als wichtigste Nahrungsquelle im Amazonasgebiet. Berühmt-berüchtigt sind die Pirafias, die zur Familie der Salmler (Characinidae) gehören; sie differieren in der Größe von 10 bis 60 cm. Es gibt unzählige Arten, doch nur wenige sind gefährlich (angriffslustig). Andere Flußbewohner sind die Mohren- und Brillenkaimane, die zur Familie der Alligatoridae gehören und den Krokodilen zum Verwechseln ähnlich sehen. Unter Verletzung des Artenschutzabkommens werden beide Arten allmählich ausgerottet. Auch die berühmten Riesenottern sind inzwischen selten geworden. Leguane, Faultiere, Wasserschweine (Capybara) und Schildkröten müssen schließlich noch diejenigen entschädigen, die glauben, im Urwald gebe es einen Tierreichtum wie in Ostafrika, den gibt es höchstens an Insekten.e.
Pflanzen Perus
In der fast vegetationslosen Küstengegend findet man neben einer sehr weit genügsamen wurzellosen Pflanze aus der Familie der Ananasgewächse nur noch, besonders nach Regenfällen. das Schilfrohr, das für die Elendshütten um Lima als Baumaterial dient. Durch künstliche Bewässerung sind große Oasen entstanden, wo neben Reis und Mais auch Zuckerrohr und Baumwolle gedeihen neben dem üblichen Obst und Gemüse auch exotische Früchte wie Mango, Papaya, Pepino, Chirimoya, Granadilla und Avocado.
In den Hochtälern der Anden ist der aus Australien eingeführte Eukalyptusbaum dominierend, unsere Laub- und Nadelbäume sind weitgehend unbekannt. Angebaut wird Getreide, Mais und die Kartoffel, die hier ihren Ursprung hat und in etwa 300 Arten vorkommt. Von beiden Regierungen Perus und Boliviens stark gefördert wird neuerdings der Anbau der Gänsefußpflanze Quinoa, die nach der lnkazeit fast in Vergessenheit geraten war. Das Mehl der eiweißreichen und genügsamen Quinoa wird bereits wieder zum Brotbacken verwendet.
Sonst wächst in der Puna noch hartes, spitzes Büschelgras, das Ichü, und eine harte Moosart yareta. In einigen Gegenden ist die vom Aussterben bedrohte, bis 10 m hohe Riesenbromelie Puya raimondii, eine Ananaspflanze, zu sehen. Sie kommt bis zu einer Höhe von 4200 m vor. Auffallend ist ihr bis zu 6 m hoher Blütenstiel. Nur die Culcitium rufescens, das „Edelweiß der Anden‘ mit seinen Wollblättern, wächst bis zur Schneegrenze in 5000 m Höhe. Wesentlich tiefer. z.B. in Höhe des lnkatrails, können wunderschöne Säulen- und Gliederkakteen, Bromelien und Orchideen bewundert werden. Hier wächst auch die peruanische Nationalblume Cantuta, deren rotweiße Blüten wie Kelche am Stengel hängen.
An den Ostabhängen der Anden zum tropischen Regenwald bzw. in den Yungas gedeihen nahezu alle tropischen Früchte sowie Tee, Kaffee, Reis und der Cocastrauch. Schließlich prägen unermeßliche, immergrüne Regenwälder die Salve, wobei heute der sekundäre Regenwald immer mehr überwiegt, der nach Abholzung und Brandrodung des Urwalds entstanden ist, Im Sumpfland um die großen Flußläufe kommt der heute noch wichtige Kautschukbaum vor.
Peru besitzt relativ viele Nationaparks (Parque Nacionales) und Naturparks - Schutzgebiete (Reserve Nacionales). Etliche können nur unter erschwerten Bedingungen besucht werden. Die bekanntesten und wichtigsten für Touristen sind: Machu Picchu, Santuario, Historico mit dem Camino-lnca, der Huascarän-NP bei Huaraz mit dem Llanganuco-Trek, der Manü-NP, der Tambopata-Candomo-NP bei Puerto Maldonado sowie das Naturschutzgebiet um den Titicacasee.
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